Thumbnails sind Miniaturansichten, die in digitalen Medien als Navigationsbilder genutzt werden können, um Beiträge anzukündigen und Neugier zu wecken. Dieser Beitrag diskutiert die Verwendung von Thumbnail-Bildern im Rahmen multimodaler Verweisbausteine und erörtert Teasing- und Clickbaiting-Aktivitäten im Zusammenhang mit der kontaktorientierten Medienlogik von Social-Media-Plattformen. Der nachrichtenbezogene YouTube-Kanal von LeFloid dient als Fallbeispiel. Die Thumbnail-Bilder werden mit visuellen Methoden exploriert und die Anschlusskommunikation hinsichtlich Angemessenheitskriterien und ethisch-moralischer Bewertungsmaßstäbe ausgewertet. Die exemplarische Analyse zeigt, dass Thumbnails mit schockierendem und effekthaschendem Potenzial genutzt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen und neugierig zu machen. Die Miniaturansichten erlauben es, Inhalte wie Nacktheit und Gewalt anzudeuten, die laut YouTube-Richtlinien nicht gezeigt werden dürfen. In den Videokommentaren wird der Vorwurf von Clickbaiting mit der Verwendung bestimmter effektheischender Bildmotive und Gestaltungsmuster begründet und auch im Zusammenhang mit den Affordanzen der Plattform diskutiert. Aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer wird vor allem ein enger thematischer Zusammenhang zwischen Video und den Teaser-Elementen Thumbnail und Titel eingefordert, bewusste Täuschung und Irreführung wird als (unmoralisches) Clickbaiting abgelehnt.